WN-Artikel vom 04.07.09 - Bürgermeisterwahl: „Er ist keiner für alle“

Veröffentlicht am 04.07.2009 in Wahlen

Leicht ist den Sozialdemokraten die Entscheidung nicht gefallen. „Wir stellen keinen Bürgermeisterkandidaten auf und bedauern das auch sehr“, erklärte Ulrike Reifig im WN-Gespräch. Der Amtsinhaber Jochen Paus habe eine hohe Akzeptanz. „Ein Gegenkandidat hätte keine Chance“, sind sich die SPDler sicher. Unterstützen wollen sich ihn aber nicht. „Weil er als Bürgermeister für alle dies auch der Opposition hätte zeigen müssen“, sagt Fraktionschef Herbert Dertwinkel.

Gelegenheit dazu habe er reichlich gehabt. „Aber er ist keiner für alle. Er hat nicht einmal frei abgestimmt, sondern immer zusammen mit der CDU“, so Dertwinkel, der gleich einige Beispiele nennt, in denen Paus seiner Meinung nach mit der Opposition hätte stimmen können und müssen: „Als es um die Streichung der Zuschüsse für die Ferienfreizeiten ging oder wir den Antrag gestellt haben, ein Prozent der Altenberger Steuereinnahmen zusätzlich für die Familien auszugeben“, sagt Dertwinkel. Weiter nennt er die Entlastung der Familien beim Mittagessen im offenen Ganztag, den Antrag, eine verlässliche Ferienbetreuung zu garantieren und die Ortseinfahrt von Münster nach Altenberge mit großer Bürgerbeteiligung innovativ und kreativ zu gestalten. „Der ist bis heute nicht bearbeitet worden“, so Dertwinkel, der auch schon einige Ausblicke auf das Wahlprogramm der Sozialdemokraten gibt.

„Es muss mehr für die gemeindlichen Grünanlagen getan werden. Überhaupt muss die Pflege von gemeindlichen Eigentum einen höheren Stellenwert bekommen“, sagt der Sozialdemokrat. Was passiere, wenn es nicht gepflegt werde, „sieht man am Hallenbad“.

„Von einer modernen Familienpolitik sind wir weit entfernt“, nennt Ulrike Reifig einen anderen Punkt. Bis zum Jahr 2013 sollen für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen. „Davon kann in Altenberge keine Rede sein“, so die SPD-Vorsitzende. Sie freut sich auf den 14. Juli. „Da werden wir bei einer Mitgliederversammlung das Wahlziel definieren“, sagt sie. „Wir sind hochmotiviert und wollen ein besseres Ergebnis als beim letzten Mal“, stellt Dertwinkel fest.

Klar, sei auch dieses Mal - so wie in den vergangenen 60 Jahren - das Ziel, die CDU-Mehrheit zu brechen. „Es wird Zeit für einen Politikwechsel im Ort“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Das die CDU bei der Europawahl neun Prozent verloren habe, werten die Genossen als gutes Zeichen. „Wir machen einen starken Wahlkampf und werden in fünf Jahren auch wieder mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten dabei sein“, ist sich Dertwinkel sicher. Er rät den Altenbergern bei ihrer Wahlentscheidung darüber nachzudenken, ob wirklich alles richtig gelaufen ist in der Vergangenheit. „Man kann den Bürgermeister auch einfach nicht wählen“, so seine Empfehlung. Und ohne eine CDU-Mehrheit, da ist er sicher, würde auch Jochen Paus mal anders abstimmen. Dertwinkel; „Der Politik und der Gemeinde würden es gut tun.“

Quelle: www.westfaelische-nachrichten.de - Foto: Uwe Renners
 

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