Jutta Haug: „Nur häppchenweise informiert“

Veröffentlicht am 01.08.2011 in Bundespolitik

"Die beschlossene Lebensmittelkennzeichnung bedeutet leider nur teilweise einen Fortschritt für die Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU", kommentierte die SPD-Europaabgeordnete Jutta Haug die Abstimmung des Europäischen Parlaments am Mittwoch über den Kompromissvorschlag zur Richtlinie über Lebensmittelinformationen.

Lebensmittelhersteller werden zwar zukünftig verpflichtet, Informationen zu Energiewert, Fett, gesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten mit besonderem Hinweis auf Zucker und Salz sowie Eiweiß auf der Produktrückseite anzugeben.

Abgelehnt wurde aber die Forderung der Sozialdemokraten nach einer verpflichtenden Angabe des Kalorienwertes auf der Produktvorderseite. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden nun nicht schnell und auf den ersten Blick erkennen können, wie viele Kalorien im Produkt enthalten sind", kritisierte Jutta Haug

Enttäuscht zeigte sich Jutta Haug auch über die Ablehnung seitens der Mitgliedstaaten, die Nährwerte verpflichtend in realistischen und leicht nachvollziehbaren Portionsgrößen anzugeben. "Leider werden die Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig weiter die Rosinen und Haferflocken erst zählen müssen, um zu wissen, wie viel Zucker und Kalorien in ihrer Schale Müsli enthalten sind", bedauerte Jutta Haug.

Besonders verärgert äußerte sich Jutta Haug über das enttäuschende Einigungsergebnis zur verpflichtenden Herkunftsangabe. Trotz der eindeutigen Entscheidung des Parlaments in seiner Ersten Lesung im Sommer vergangenen Jahres und der erneuten Bestätigung durch den Umweltausschuss in Zweiter Lesung im April hat der Ministerrat eine aussagekräftige Ursprungslandkennzeichnung verhindert. Das Europäische Parlament hatte gefordert, dass das Herkunftsland von Fleisch, Geflügel und Milch sowie für Obst und Gemüse immer angegeben werden muss. Außerdem sollte auch die Herkunft von Fleisch und Geflügel in verarbeiteten Produkten angegeben werden. Nun muss zwar verpflichtend das Herkunftsland von Rind-, Schweine-, Schafs- und Ziegenfleisch sowie Geflügel angegeben, nicht aber getrennt über Geburts-, Aufzugs- und Schlachtort informiert werden. Für andere Erzeugnisse sowie Fleisch in verarbeiteten Produkten soll es zunächst eine Machbarkeitsstudie zur Herkunftskennzeichnung geben. "Dass der Ministerrat den Verbraucherinnen und Verbrauchern diese wesentlichen Informationen vorenthalten will, ist nicht hinnehmbar", erklärte Jutta Haug.

"Die Ignoranz des Ministerrats ist ein erneuter Beweis, dass die Mitgliedstaaten noch immer nicht dem Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher nach klaren Informationen über die Herkunft ihrer Lebensmittel nachkommen", kritisierte Jutta Haug abschließend.

 

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