Nicht jeder Bauwunsch muss erfüllt werden · Park statt Häuser?

Veröffentlicht am 19.03.2016 in Kommunalpolitik

Der SPD Ortsverband ist gegen die Bebauung des so genannten Grünen Fingers in Altenberge. Hier sollte man über einen Generationenpark nachdenken, so die Ansicht. Am Samstag will der Ortsverband an Infoständen im Ort dafür die Büreger sensibilisieren.

 

 

 

Der Planentwurf für einen Generationenpark soll eine Grundlage sein, wie man den so genannten „Grünen Finger“ gestalten kann, damit alle Altenberger hier Platz zum Verweilen, Spielen und Klönen finden. Dafür will der SPD-Ortsverband am Samstag mit Informationsständen vor den Märkten Lidl und Edeka die Werbetrommel rühren.

„Die Liste derer, die ein Baugrundstück in Altenberge erwerben wollen, ist groß. „170 Anwärter gibt es auf der Warteliste der Gemeinde“, sagt Christoph Rövekamp vom Fachbereich Bauwesen. Aktuell laufen Gespräche mit den etwa 20 Grundstückseigentümern, bestätigt er auf Nachfrage. Diese Verhandlungen sollen in diesem Jahr noch abgeschlossen werden, um dann im kommenden Jahr die planrechtlichen Voraussetzungen für ein neues Wohngebiet zu schaffen. Bis zu 150 Baugrundstücke seien hier denkbar. Geplant und umgesetzt wird im unteren Bereich des Areals schon bald ein neuer Kindergarten. Auch eine Flüchtlingsunterkunft soll hier entstehen (wir berichteten).

Die SPD-Fraktion hält nichts von diesen Bauplänen. „Wir müssen hier in Altenberge doch nicht jeden Bauwunsch erfüllen. Gegen einen Kindergarten oder auch ein Mehrfamilienhaus am Rande des Gebietes haben wir nichts“, sagen der Erste Vorsitzende Willibert Steffens und sein Stellvertreter Ronald Baumann. „Doch das ganze Gebiet mit Häusern zuzupflastern, ist unseres Erachtens ein Unding. Es ist schließlich die grüne Lunge des Ortes. Außerdem wirbt Altenberge ja damit, dass an dieser Stelle ein toller Blick ins Münsterland möglich ist. Das sollten wir nicht aufgeben.“

Als Alternative schlagen die SPD-Politiker vor, hier einen Generationenpark entstehen zu lassen, der allen Bürgern zugute kommt. Grundlage für eine solche Planung könnte der Entwurf der Landschaftsplanerin Diplom-Ing. (FH) Anja Schulze Meinhövel aus Lüdinghausen sein.

Diese im Auftrag der SPD erstellte Freiraumplanung sieht unter anderen ein Amphitheater in Höhe der Kulturwerkstatt, eine Multifunktionsfläche für Skaten, Tennis, Basketball , ein Abenteuerspielplatz, ein Niedrigseilgarten, ein Geschicklichkeitsparcours und ein Trimmpfad vor. Auch soll es viele gemütliche Sitzgelegenheiten geben, ebenso einen Grillplatz, der von allen nutzbar ist.

„Wie ein solches Vorhaben finanziert werden kann, muss von der Verwaltung erarbeitet werden“ sagt Willibert Steffens. „Für viele dieser Möglichkeiten gibt es Fördermittel“, ist Ronald Baumann sicher. „Es gibt Beispiele aus anderen Orten wie beispielsweise Horstmar (Generationenpark) oder auch Steinfurt (moderner Skaterpark), die ähnliches auf den Weg gebracht und teilweise schon umgesetzt haben. Das sollten wir auch können.“

Die SPD ist überzeugt, dass viele Altenberger so denken. Deshalb will der Ortsverein am morgigen Samstag mit Infoständen vor Lidl und Edeka die Planungsidee den Bürgern nahe bringen und sie bitten, sich dafür einzusetzen. „Der Plan ist nur ein Ansatz. Wir sind für alles offen, nur nicht für eine lückenlose Bebauung.“

Von Detlef Held
Westfälische Nachrichten 17.03.2016

 

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